Bachblüten IMS-Newsletter

November 2014

Mechthild Scheffer und Ihre Mitarbeiterinnen Ingrid Haring und Beate Wüpper präsentieren in diesem Newsletter regelmäßig Beobachtungen zu den Bachblüten und Aktuelles aus dem Institut für Bachblütentherapie. Über Ihre Kommentare, eigenen Erfahrungen, Rückmeldungen und die Weiterleitung des Newsletters an Interessierte freuen wir uns sehr.


Die Bachblüte des Monats November:
Red Chestnut

Fürsorge ist gut. Aber wo ist die Grenze?

Aktuelles Beispiel meiner Freundin Vera: Gestern holte sie ihren 12-jährigen Sohn Lukas von der Schule ab. Als sie gerade einparkte, beobachtete sie, wie ihr eher zart besaiteter Lukas von einer Mitschüler-Gruppe „angestänkert“ wurde. Sie sah ihm schon aus der Ferne an, wie unangenehm die Situation für ihn war und wie er mit aller Kraft versuchte, Herr der Lage zu bleiben.
„Ich fühlte in diesem Moment so sehr mit ihm mit“, erzählt Vera, „dass es mir einen Stich im Herzen gab.“ Sofort sprang sie aus dem Auto, eilte zu Lukas: „Sind die immer so gemein zu dir? Was haben sie gesagt? … Oh du Armer … es tut mir ja so leid … soll ich mit den Lehrern reden?“ Ihr Sohn jedoch verwehrte sich heftig gegen diese „Einmischung“, ja, sie bemerkte, dass ihr übertriebenes Mitfühlen die Sache für Lukas nur noch schlimmer machte. Lukas schob sie weg. „Lass mich.“
Dann dämmerte es Vera. Sie fragte sich: Was wäre gewesen, wenn Lukas das Gleiche ohne ihre Beteiligung erlebt hätte? Wahrscheinlich kommen Szenen wie diese in der Schule tagtäglich vor. Kinder streiten sich täglich und machen sich dabei auch an. Selten ist es ernst oder gefährlich – jedenfalls nicht an Lukas' Schule, das weiß Vera. Sicherlich hätte sich Lukas sehr geärgert und „kämpfen“ müssen. Und auf dem Nachhauseweg hätte er den Vorfall wohl auf seine Art und zusammen mit seinen Freunden verdaut und innerlich abgehakt.
Und wie als Antwort auf ihre Gedanken sagte Lukas plötzlich zu Vera: „Mama, bitte reg dich doch ab, ich komme damit klar, das sind doch nur dumme Sprüche! Wenn ich Hilfe brauche, sage ich dir das schon.“ Schlagartig war bei Vera die ganze Anspannung weg: „Ich war wieder ich. Er war wieder er. Wir beide waren sehr erleichtert.“


Bei unserer Bachblüte des Monats, Red Chestnut, geht es um die Themen Mitgefühl, Eigenständigkeit und Verbundenheit – entfaltet aus dem Vertrauen heraus, dass wir alle eine eigene innere Führung haben, die für uns und unser Miteinander angemessen sorgt.

In diesem Sinne, herzliche Grüße

Ingrid Haring

 

PS: Der Herbst macht sich breit, unsere Seminarsaison neigt sich dem Jahresende zu. Hinweisen möchten wir auf den wegen der starken Nachfrage neu eingeplanten Zusatztermin für ein Seminar B5 „Möglichkeiten und Grenzen: Psychische Störungen und Bachblüten“ mit Dr. Eva Tröbinger und Mechthild Scheffer am 22.–23.11.2014 in Wien. Für 2015 haben wir übrigens im Oktober ein B5-Seminar auch in Hamburg neu eingeplant. Anmeldungen sind ab sofort möglich.

Terminänderung: Das für November geplante Seminar Bachblüten und Lach-Yoga mit Mechthild Scheffer und Alex Bannes findet am 22.3.2015 in Hamburg statt.

Neu im Programm: Bachblüten, Medialität, Spiritualität mit Mechthild Scheffer, Harald Knauss am 25.–26.4.2015 in Bad Wildungen.

» Alle Termine


Die Bachblüte Red Chestnut im Überblick

Red Chestnut (Rote Rosskastanie / aesculus x carnea)

Dieser Baum entsprang der Kreuzung der rot-blühenden nordamerikanischen aesculus pavia mit der heimischen Rosskastanie. Ungewöhnlich ist, dass diese Kreuzung sich als eigenständige Art nun schon seit Anfang des 19. Jahrhunderts weiter aus ihren eigenen Früchten vermehren kann.

Das Konzept der Bachblüte Red Chestnut:

Mitgefühl, Einfühlungsvermögen, Eigenständigkeit, Abgrenzung

 

Im harmonischen Red-Chestnut-Zustand
... kann man sich gut in die Gefühle und Wünsche anderer Menschen hineinversetzen, ihre Sorgen und Nöte verstehen und ihnen das Gefühl geben, nicht alleine auf der Welt zu sein. Jedoch macht man sich die Gefühle anderer nicht zu Eigen.

Daran erkennt man die  v e r z e r r t e  Red-Chestnut-Energie
Die Gefühle eines anderen Menschen werden so intensiv miterlebt, als wären es die eigenen. Man sorgt sich um seine Nöte, befürchtet das Schlimmste für ihn und nimmt die eigenen Nöte gar nicht mehr wahr. Oder: Man ist mit einem anderen Menschen wie mit einer unsichtbaren Nabelschnur verbunden, kommt nicht von ihm los.
 

Ich glaube, ich muss loslassen. Ich brauche keine Angst zu haben und darf ruhig werden, damit meine Kinder den Klang der Schöpfung hören und nach ihrem eigenen Rhythmus tanzen können.
Russell Hoban

Ich verstehe jetzt
Wenn ich mit einer anderen Persönlichkeit gefühlsmäßig verschmelze, verliere ich meine Grenzen und die klare Verbindung zu meiner eigenen inneren Führung.

Ganz gleich, ob ich eigene Gefühle, besonders Ängste, auf die andere Person projiziere oder deren unbewusste Ängste aufnehme: Wir haben beide das Problem, den eigenen Lebensauftrag zu erkennen und zu erfüllen.


Anregungen zur Red-Chestnut-Reharmonisierung

Die schlimmen Befürchtungen, die Sie für einen anderen Menschen haben, werden von ihm, auch wenn Sie ihm nichts davon sagen, unbewusst als Belastung erlebt. Das wollen Sie sicherlich nicht.

Machen Sie sich bewusst: Um etwas wahrnehmen zu können, braucht es Abstand.

Edward Bach sagte: „Das größte Geschenk, das man einem anderen Menschen machen kann, ist selbst ausgeglichen und fröhlich zu sein. Damit zieht man ihn aus seiner Niedergeschlagenheit empor.“

Wenn Sie sich in einem starken Red-Chestnut-Zustand wiederfinden, sprechen Sie innerlich den bewährten Satz aus der Kraftformel von Red Chestnut: Ich bin ich, und du bist du.