Bachblüten IMS-Newsletter

Mai 2015

Mechthild Scheffer präsentiert in diesem Newsletter regelmäßig Beobachtungen zu den Bachblüten und Aktuelles aus dem Institut für Bachblütentherapie. Über Ihre Kommentare, eigenen Erfahrungen, Rückmeldungen und die Weiterleitung des Newsletters an Interessierte freuen wir uns sehr.


Die Bachblüte des Monats Mai:
Honeysuckle

Sehnsucht nach „Après l‘Ondée …“

Vor einigen Jahrzehnten habe ich mich sehr für die Welt der schönen Düfte interessiert. Es gab damals etwa 400 verschiedene Parfüms zu kaufen, und viele von ihnen enthielten, ganz im Gegensatz zu heute, noch echte natürliche Duftstoffe.

Nachdem ich im Laufe von sechs Monaten in verschiedenen Parfümerien fast alle dieser Düfte erschnuppert und für mich getestet hatte, kristallisierten sich vier Favoriten heraus: alles unbekanntere Labels berühmter französischer Parfüm-Hersteller. Mein absoluter Spitzenreiter hieß „Après I‘Ondée“. Das bedeutet „Nach dem Regen“. Sein Hersteller Guerlain beschrieb ihn so:
„Das Parfüm hat die Frische des Morgentaus und den erdhaften Geruch, der nach dem wohltuenden Platzregen im Frühling vom Boden hochsteigt. Der leichte Duft der Primel und des Hagedorns vereint sich mit dem berauschenden Duft der Rose. Es ist ein diskretes und unvergessliches Parfüm, auf das man wartet wie auf die Rückkehr schöner vergangener Tage. Es ist das Parfüm schlichter Kostüme und graziöser Sommerkleider“.

Kürzlich fand ich eine noch verschlossene Packung ganz hinten im Kleiderschrank. Ich öffnete den Flakon und eine ganze Kaskade zauberhafter Bilder stieg auf: Die Aufbruchsstimmung der 60-er Jahre, Partys bis zum Sonnenaufgang, herzflatternde Rendezvous, nächtliche Segelfahrten auf dem Wannsee in Berlin. Goldene Erinnerungen. Unwiederbringlich vorbei. Und doch – die Sehnsucht bleibt. Ein Honeysuckle-Zustand pur!

Nachdem ich diese nostalgischen Gefühle für eine Weile genossen hatte, fragte ich mich plötzlich „und wo ist hier das positive Potenzial?“ Ich nahm einen Tropfen „Après I‘Ondée“ auf den Zeigefinger, ließ den Duft einströmen und schon war die Inspiration da:
Warum nicht diesem wunderbaren Duftbegleiter eine neue Aufgabe geben? Könnte ich diese beschwingten damaligen Gefühle von Freude, Lust und Abenteuer nicht „rüber-retten“ in meine eher nüchtern und pragmatisch ausgerichtete jetzige Lebensphase?

Denn es gibt ja nicht nur den Zauber der Vergangenheit, sondern auch den Zauber des Neubeginns. „Denn jedem Anfang wohnt ein Zauber inne …“ wie Hermann Hesse in seinem Gedicht „Stufen“ so schön sagt.

So lebe ich das positive Honeysuckle-Potenzial, weil ich etwas Wertvolles aus der Vergangenheit mitnehme und für meine Aufgaben in der Gegenwart nutze.

Vielleicht haben Sie ja auch so einen alten Lieblingsduft oder eine Seifenmarke, die Sie wieder zum Leben erwecken könnten, der Sie als ein Wegbegleiter auf dem Weg zu neuen Ufern unterstützen könnte …?

Duftige Frühlingsgrüße aus Hamburg sendet Ihnen
Mechthild Scheffer


Die Bachblüte Honeysuckle im Überblick

Honeysuckle (Echtes Geissblatt, Jelängerjelieber/ Lonicera caprifolium)

Im England des 19. Jahrhunderts bedeutete das Schenken eines blühenden Geißblattzweigs das Versprechen ewig währender Liebe.

Das Konzept der Bachblüte Honeysuckle:
Sinn für Werte, Traditionsbewusstsein, Orientierung in der Gegenwart, konstruktive und realistische Verarbeitung vergangener Ereignisse

Im harmonischen Honeysuckle-Zustand
... hat man ein lebendiges Interesse an gewachsenen Werten und Traditionen, aber man klebt nicht daran. Vielmehr benutzt man seine Erinnerungen und Erfahrungen als geistiges Baumaterial für die gegenwärtige Lebensgestaltung.

Daran erkennt man die  v e r z e r r t e  Honeysuckle-Energie
Die Vergangenheit holt einen gedanklich immer wieder ein: „Es ist, als sei es gestern gewesen.“ Man trauert unwiederbringlichen Situationen nach, kann sich mit etwas nicht abfinden. Man misst heutige Situationen mit Maßstäben einer glorifizierten Vergangenheit und ist mit der Gegenwart unzufrieden.
 

Schöne Tage. Nicht weinen, dass sie vergangen, sondern lächeln, dass sie gewesen sind.
(Rabindranath Tagore)

Ich verstehe jetzt
Ich kann nicht körperlich in der Gegenwart, aber mit meinem Denken und Fühlen in der Vergangenheit sein – ohne dadurch den Kontakt zu meiner inneren Führung zu verlieren. Das ist fatal. Denn sie liefert mir konstruktive Impulse für meine Lebensgestaltung und verbindet mich mit einer größeren kosmischen Kraftquelle.

Anregungen zur Honeysuckle-Reharmonisierung

Bedenken Sie: Man braucht Abstand zu seiner Vergangenheit, um daraus für die Gegenwart die richtigen Schlüsse ziehen zu können.

Fragen Sie sich:
Welchen Problemen in der Gegenwart weiche ich aus, indem ich an etwas Vergangenem festhalte?
Wofür könnte ich neuen Freiraum gewinnen, wenn ich mich entschließe, das Vergangene endgültig loszulassen?

Wenn Ihnen Entrümpeln, Koffer packen, überhaupt Abschiednehmen in jeder Form Mühe machen, nehmen Sie schon 1–2 Tage vorher ein paar Tropfen Honeysuckle.