Bachblüten IMS-Newsletter

April 2015

Mechthild Scheffer präsentiert in diesem Newsletter regelmäßig Beobachtungen zu den Bachblüten und Aktuelles aus dem Institut für Bachblütentherapie. Über Ihre Kommentare, eigenen Erfahrungen, Rückmeldungen und die Weiterleitung des Newsletters an Interessierte freuen wir uns sehr.


Die Bachblüte des Monats April:
Chestnut Bud

Die Ohn-Macht der Gewohnheit

Der Frühling ist da, ich halte eine Fachfortbildung und trage, zum Anlass passend, mein frühlingshaft grünes „Vortragsensemble“. Wie ich feststellen muss, sitzt es jetzt ziemlich prall. Komisch, der Rock wirkt irgendwie kürzer. Ein Blick auf die Waage verrät den Grund. Drei Kilo über meinem schon wohlwollend berechneten Wohlfühlgewicht. Jetzt muss was geschehen und zwar radikal. Reistage? Apfeltage? Drei Tage Fastensuppe Hildegard von Bingen? Oder lieber Metabolic Balance? Insgesamt habe ich mit diesen und ähnlichen Methoden im Laufe der Jahre schon viele viele Kilos abgenommen, aber dieses Mal törnt mich keine der Methoden wirklich an. Denn es ist immer wieder ähnlich. Beim ersten Mal funktioniert es sehr gut, beim zweiten Mal weniger, beim dritten Mal noch weniger.

Die Erklärung für dieses Phänomen findet sich in dem Konzept unserer Bachblüte des Monats: Chestnut Bud, die Lernblüte.
Bei der ersten Abnehm-Aktion zeigt sich bei mir immer das positive Chestnut-Bud-Potenzial: Zu Beginn einer neuen Diät ist ja alles unbekannt. Ich beobachte von Tag zu Tag genau die Reaktionen (toll, kein Hungergefühl mehr), die sinkenden Zahlenwerte auf der Waage und meine Gefühle. Mit jedem gepurzeltem Pfund steigert sich das Hochgefühl. Dann habe ich es schließlich geschafft und weiß nun auch, wie es geht. Ich habe dabei etwas gelernt.
Diese Erfahrung entfällt für mich beim zweiten Anlauf mit der gleichen Diät. Denn nun weiß ich ja, wie es geht und habe kein so heißes Interesse mehr an den einzelnen Schritten wie beim ersten Mal. Ich wiege zum Beispiel 60 g Fisch und 120 g klein-geschnittenes Gemüse ab, bin aber mit meinem Gedanken schon viel weiter, nämlich beim nächsten Seminarprojekt. Diese Unachtsamkeit rächt sich schleichend. Denn ich falle, ohne es zu merken, von Tag zu Tag mehr in alte lieb-gewordene Gewohnheitsmuster zurück. Zum Beispiel: Die Tasse Kaffee nach dem Essen? Das muss doch erlaubt sein – denn Kaffee hat ja so gut wie keine Kalorien. Dazu das obligate süße Keks? Im Ayurveda wird das sogar empfohlen! Also kein Problem. Täglich drei Liter trinken? Eigentlich ist mir das schon immer deutlich zu viel gewesen. Ich rutsche langsam wieder ab auf die gewohnten zwei Liter täglich.

Die gleiche Diät ziehe ich beim zweiten Mal also nur mäßig motiviert durch und lande schnell im negativen Chestnut-Bud-Zustand: Der physischen Umsetzung der Diät schenke ich nicht mehr die nötige Aufmerksamkeit. In den ganzen Prozess investiere ich nicht mehr die gleiche Menge Energie wie beim ersten Mal. Folgerichtig verläuft der Prozess langsamer. Ich nehme zwar noch ab, aber nicht mehr so viel, wie ich mir vorgenommen habe.

Mein Ausweg aus diesem Dilemma ist folgende Erkenntnis: Bei mir wirkt eine Diät so gut, wie sie für mich neu und spannend ist. Solange ich dabei eine täglich andere Erfahrung mache. Also, wenn ich wieder einmal abnehmen will, probiere ich es mit einer Diät, deren Ablauf ich noch nicht kenne.

Anders veranlagte Menschen sagen mit Recht, man kann auch bei gleichbleibenden Tätigkeiten immer wieder neue und tiefere Erfahrungen machen. Theoretisch kann man also auch beim Durchführen einer Diät körperlich und geistig immer wieder andere Bewusstseinszustände und Körpergefühle erleben. Für mich persönlich ist das Thema Abnehmen aber nicht wichtig genug, um daraus einen Achtsamkeitsprozess zu machen. Das tue ich auf anderen Gebieten. Für mich ist es erfolgversprechender, wenn sich mir beim Abnehmen immer wieder neue kleine Lernaufgaben stellen. Dadurch vermeide ich, in alte Routine-Muster (die Tasse Kaffee nach dem Essen) zurückzufallen. Für alle, die sich hier wiedererkennen, ist das vielleicht auch ein interessanter Frühlings-Tipp.

Herzlich,
Ihre Mechthild Scheffer


Die Bachblüte Chestnut Bud im Überblick

Chestnut Bud (Knospe der Rosskastanie / Aesculus hippocastanum)

Für die Bachblüten-Essenz von Chestnut Bud verwendete Edward Bach speziell die Blattknospen, deren sich in die Länge streckenden Blätter gerade im Begriff waren, ihren Haarflaum zu verlieren. Aus den geöffneten Blüten stellte er die Essenz von White Chestnut her.

 

Das Konzept der Bachblüte Chestnut Bud:
Lernbereitschaft; Erkennen automatischer Reaktionsmuster; Lernen auf Basis von eigener Erfahrung, Aufmerksamkeit und Beobachten

 

Im harmonischen Chestnut-Bud-Zustand
... akzeptiert man bewusst das Leben als Lernprozess und ist immer daran interessiert, etwas Neues, Spannendes dazuzulernen. Man zieht Konsequenzen aus eigenen Erfahrungen, aber auch aus der Beobachtung des Verhaltens anderer Menschen und dem Ablauf von Entwicklungen und Ereignissen.

Daran erkennt man die  v e r z e r r t e  Chestnut-Bud-Energie
Man ertappt sich immer wieder bei den gleichen Fehlern, ist aber nicht fähig oder daran interessiert, sich so gründlich mit ihnen auseinanderzusetzen, dass sie in Zukunft nicht wieder passieren. Ratschläge anderer gehen zum einen Ohr herein und zum anderen Ohr wieder hinaus, weil man gedanklich nicht mehr bei der Sache, sondern schon wieder bei etwas Neuem ist.
 

Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten.
(Konfuzius)

Ich verstehe jetzt
Wenn ich aus meinen Erfahrungen lernen will, muss ich jede Lernsituation annehmen, alle Details berücksichtigen und dabei auf meine innere Stimme hören.
Wenn ich mich nur für einen Teilaspekt der Situation interessiere, stolpere ich immer wieder über diese „blinden Flecke“.


Anregungen zur Chestnut-Bud-Reharmonisierung

Eigentlich lernen wir, weil wir neugierig sind. Und das macht Spaß. Wenn Sie sich zum Lernen zwingen müssen, überprüfen Sie die Lernumstände oder Ihre Lernziele.

Wenn Sie sich etwas abgewöhnen wollen und dabei immer wieder scheitern, nehmen Sie sich Zeit und horchen Sie nach innen. Rekonstruieren Sie Schritt für Schritt den Ablauf, bis Sie an die Stelle kommen, wo es immer wieder hakt. Der Teufel steckt im Detail.

Treten bei Ihnen periodisch immer wieder die gleichen Krankheiten auf? Sie finden aber keinen Grund dafür? Auch dahinter könnte ein Lernproblem stecken, das immer wieder auf die Körperebene verschoben wird.