Zu den Bach-Blüten kam ich 184, als ich mich zu Mechthild Scheffer wegen funktioneller Herzbeschwerden in Behandlung begab. Eine vorausgegangene homöopathische Therapie hatte nichts gebracht, und „per Zufall“ war ich in der Zeitschrift „Der Naturarzt“ auf einen von ihr verfassten Artikel über die Bach-Blütentherapie gestoßen. Nach erfolgreicher Therapie war ich so angetan vom Wirkspektrum dieser Heilpflanzen, dass ich eine entsprechende Fortbildung begann und eigene Erfahrungen sammelte. Drei Jahr später, 1987, fing ich schließlich an, die Essenzen auch in meiner eigenen Arztpraxis als Heilmittel einzusetzen.
Zu jener Zeit lag mein Arbeitsschwerpunkt auf der klassischen Homöopathie, die ich erfolgreich und mit großer Intensität betrieb. Bei Therapien, in denen ich nicht vorankam, überlegte ich, welche Bachblüten der betreffende Patient wohl brauchen könnte, stellte ihm eine Mischung zusammen, und manchmal löste sich der Fall dann überraschend. So wurde z. B. eine 82-jährige Frau mit rheumatischen Schmerzen, die ich seit Monaten erfolglos homöopathisch behandelt hatte, unter der Bach-Blütentherapie innerhalb weniger Wochen beschwerdefrei. Dennoch dauerte es einige Zeit, bis ich die Bach-Blüten in größerem Umfang einsetzte. Zum einen, weil ich mir als eingefleischter Homöopath nicht vorstellen konnte, dass es grundsätzlich einfacher gehen könnte, und weil andererseits die Patienten auch lieber homöopathisch behandelt werden wollten. Erst 1991, als ich von Ratzeburg ins Oberallgäu umgezogen und dort meine Praxis neu gegründet hatte, wurde die Bach-Blütentherapie zu meiner vorrangigen Therapiemethode. Ich sammelte reichhaltige und sehr positive Erfahrungen. Schon nach wenigen Jahren wurde für mich die Behandlung funktioneller Störungen (z. B. nichtorganische Bauch- oder Kopfschmerzen, Schlafprobleme, Herzbeschwerden, Regelstörungen, Stuhlunregelmäßigkeiten usw.), psychischer Beeinträchtigungen und chronischer Krankheiten (Neurodermitis, Migräne, Rheuma, Bluthochdruck, Asthma, Depressionen, Angststörungen usw.) mit Bach-Blüten zu einer selbstverständlichen Angelegenheit. Ich erkannte mit Staunen und Dankbarkeit, dass ich damit über eine einfache, in sich abgeschlossene Heilmethode mit einem äußerst umfangreichen Indikationsspektrum verfügte.
Im Laufe der Jahre gewann dann ein weiterer Gesichtspunkt zunehmende Bedeutung: Schon Edward Bach hatte ja zur Wirkung der Bach-Blüten geäußert: „Sie öffnen die Kanäle für die Botschaften des Höheren Selbst“ (d.h. für die Botschaften Gottes). In der Tat konnte ich feststellen, dass einige Patienten unter der Therapie begannen, sich intensiver mit Glaubens- und Sinnfragen auseinanderzusetzen. Aufgrund zahlreicher Erlebnisse und Beobachtungen war mir zudem immer deutlicher geworden, dass der Glaube an Gott enorme Heilkräfte freisetzen kann, dass Heilungen auch allein als Folge von Gebeten geschehen können. So kam ich auf den Gedanken, einzelne Patienten nach ihrer Gottesbeziehung zu fragen, wenn alle therapeutischen Bemühungen fehlschlugen. In manchen Fällen stellte sich heraus, dass der Betreffende genau hiermit ein Problem hatte, sei es, weil er mit der Kirche nicht zurechtkam oder nicht wusste, wie er sich Gott annähern könnte. Wenn es gelang, diese Problematik aufzulösen (wobei sich eine von mir verfasste Broschüre über das Gebet als sehr hilfreich erwies) kam es dann unter der nächsten Bach-Blütenverordnung oft zu einem durchschlagenden Behandlungserfolg.
So erschloss sich mir im Laufe der Jahre ein tieferes Verständnis der Zusammenhänge von Gesundheit, Krankheit und Glauben. Ich begriff zunehmend die Kraft der Bach-Blüten, heilsam auf den Geist einzuwirken. Wenn wir auf der höchsten Ebene des Menschen Ordnung schaffen, pflanzt sich diese zwangsläufig bis in die körperliche Peripherie fort und hat oft die Heilung von Krankheiten zur Folge; kurz gesagt: Der Geist regiert den Körper. Darüber hinaus konnte ich aufgrund einer Anregung von Mechthild Scheffer zahlreiche Entsprechungen zwischen den Bach-Blüten und einzelnen Bibelstellen herausarbeiten und zeigen, dass sich in den jeweiligen Zuständen und Geschehnissen archetypisch veranlagte Grundmuster der menschlichen Empfindens und Verhaltens widerspiegeln. Auch hieraus ergibt sich ein Hinweis, auf welche Weise die Bach-Blüten zur Bewältigung der menschlichen Grundproblematik und damit zur Heilung von Krankheiten beitragen können.
In mehr als 7-jähriger Arbeit ist es mir gelungen, diese Zusammenhänge in einem Buch darzustellen: „Die Bach-Blüten in Bildern der Bibel – Wege zur Heilung“ (ISBN 978-3-86937-041-5, Verlagshaus Schlosser, EUR 19,90). Dieses Buch stellt gewissermaßen die Zusammenfassung meines Lebenswerks dar: die mehr als 20-jährigen Erfahrungen eines Kassenarztes mit der Bach-Blütentherapie unter der Einbeziehung von Glaubensinhalten.
Hinweis
Leser, die mit Hans Peter Kjer zum Thema „Krankheit und Glaube“ in Kontakt treten möchten, erreichen ihn unter
www.hanspeterkjer.de, E-Mail: info@hanspeterkjer.de